Was sind KUP?
KurzUmtriebsPlantagen (KUP) sind Produktionssysteme zur Holzerzeugung in kurzen Zeiträumen. Sie bestehen aus speziell zu diesem Zweck gezüchteten sehr produktiven Baumarten. Nach der Ernte treiben diese Gehölze wieder aus dem Wurzelstock aus, sodass eine Neuanpflanzung entfällt.
Um die Kosten mit einjährigen landwirtschaftlichen Anbaukulturen vergleichen zu können, müssen diese auf die Nutzungsdauer, i. d. R. mindestens 20 Jahre, gleichmäßig aufgeteilt werden.
Was soll produziert werden?
Die beiden grundsätzlichen Nutzungsstrategien von KUP sind die stoffliche Nutzung (Sortimente mit Erntezyklen > 5 Jahre) und die energetische Nutzung (Sortimente mit Erntezyklen 3-4 Jahre). Beide Nutzungsarten haben Vor- und Nachteie, die vor Kulturbegründung gegeneinander abgewägt werden sollten.
Energieholz- KUP: Vorteile sind ein schnellerer Kapitalrückfluss und eine höhere Biomasseleistung (>10.000 Pfl./ ha). Die Ernte erfolgt mit landwirtschaftlicher Technik, die i.d.R. im Landwirtschaftsbetrieb vorhanden ist. Nachteile sind höhere Kulturbegründungs- und Kulturpflegekosten.
Industrieholz- KUP: Vorteile sind niedrigere Kulturbegründungs- (< 2.000 Pfl./ ha) und Kulturpflegekosten. Des Weiteren können niedrige Holzpreise durch längere Standzeiten der Bäume überbrückt werden. Nachteile sind u. a. ein langsamerer Kapitalrückfluss und der Einsatz von u. U. kostenintensiver forstlicher Erntetechnik.
Energieholz- KUP: Vorteile sind ein schnellerer Kapitalrückfluss und eine höhere Biomasseleistung (>10.000 Pfl./ ha). Die Ernte erfolgt mit landwirtschaftlicher Technik, die i.d.R. im Landwirtschaftsbetrieb vorhanden ist. Nachteile sind höhere Kulturbegründungs- und Kulturpflegekosten.
Industrieholz- KUP: Vorteile sind niedrigere Kulturbegründungs- (< 2.000 Pfl./ ha) und Kulturpflegekosten. Des Weiteren können niedrige Holzpreise durch längere Standzeiten der Bäume überbrückt werden. Nachteile sind u. a. ein langsamerer Kapitalrückfluss und der Einsatz von u. U. kostenintensiver forstlicher Erntetechnik.
Welche Standorte/ Baumarten?
Nach MURACH et al. (2009)1 haben Untersuchungen zur Verfahrensökonomie gezeigt, dass der Anbau von Agrarholz / KUP auf Standorten mit geringer Ackerzahl, auf denen die Bäume im Gegensatz zu landwirtschaftlichen Kulturen noch Grundwasseranschluss haben, konkurrenzfähig ist. Für Agrarholz- Vorzugsflächen werden daher folgende Randbedingungen festgelegt:
- Pappel und Weide auf Böden mit Ackerzahlen unter 35 und Anschluss an tieferliegendes Grundwasser, das von den annuellen Kulturen nicht erreicht werden kann.
- Robinie mit Ackerzahlen unter 23, wo sie im Vergleich zu Pappel und Weide konkurrenzfähig ist.
Die standörtlichen Verhältnisse Brandenburgs mit geringen Niederschlägen und dem hohen Anteil an schwachen, aber grundwasserbeeinflussten Böden zeichnet die gesamte Region als prädestiniertes Gebiet für den Agrarholzanbau aus.
Wie hoch liegen die Erträge?
Auf schlechten Standorten mit wenig Niederschlag, ohne Grundwasseranbindung, liegt die Biomasseleistung deutlich unter 10 Tonnen atro2 pro Jahr und Hektar. Auf den besten Standorten, lassen sich jährlich über 20 Tonnen atro pro Hektar erzeugen. Als mittlerer Ertrag können somit 8-12 Tonnen atro pro Jahr und Hektar angenommen werden. Bei einem mittlerem Holzhackschnitzelpreis von zurzeit € 100 pro Tonne atro, Lieferung frei Werk und einem Ertrag von 8 Tonnen atro, liegt der Rohertrag bei ca. € 800 pro Jahr und Hektar.
Wie hoch sind die Kosten?
| EnergieHolz- KUP Nutzung 20 Jahre |
|||
| Variable | Arbeitsgang | Einheit |
ØKosten |
| Pflügen | 1 mal | ha | € 50 |
| Grubbern/ Saatbett | 1 mal | ha | € 37 |
| Steckhölzer (10.000 Stk.) |
1 mal | ha | € 2000 |
| Maschienenpflanzung zzgl. Traktor+Diesel | 1 mal | ha | € 500 |
| Spritzen PSM | 1-2 mal | ha | je € 120 |
| Fräsen gegen Unkraut | 1-2 mal | ha | je € 100 |
| Ernte mit Feldhäcksler | 5 mal | t atro | € 20-25 |
| Transport bis 100 km | 5 mal | t frisch | € 10 |
| Rekultivierung nach 20-30 Jahren | 1mal | ha | € 270 |
Um die Kosten mit einjährigen landwirtschaftlichen Anbaukulturen vergleichen zu können, müssen diese auf die Nutzungsdauer, i. d. R. mindestens 20 Jahre, gleichmäßig aufgeteilt werden.
Wie hoch ist die Gewinnspanne?
Geht man von einem jährlichen mittleren Rohertrag von € 800 pro Hektar aus und Hektarkosten von roundabout € 400, dann liegt die Gewinnspanne für einen mittleren Standort bei € 400 (EBT) pro Jahr und Hektar.
Wie tragen KUP zum Klimaschutz bei?
Energieholz verbrennt CO2 neutral und hilft somit die hochgesteckten Ziele der EU bis zum Jahre 2020 zwanzig Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen zu decken.
1Quelle: Reeg et al. (2009) Anbau und Nutzung von Bäumen auf landwirtschaftlichen Flächen
2 atro: absolut trockene Holzmasse (Wassergehalt 0% oder TS Gehlt 100%)
1Quelle: Reeg et al. (2009) Anbau und Nutzung von Bäumen auf landwirtschaftlichen Flächen
2 atro: absolut trockene Holzmasse (Wassergehalt 0% oder TS Gehlt 100%)